Evangelischer Kooperationsraum Südlicher Odenwald

Zum Ausdruck als PDF

Auf dem Kreuzweg
durch die Karwoche

Station 5
Jesus wird vom Kreuz abgenommen

 

Psalmpoesie

Mein Gott,
ich kann es nicht fassen,
doch es ist wahr:
ich habe einen Menschen geliebt,
doch jetzt ist er tot.
Ich weine, weil meine Trauer so groß ist.
Er fehlt.
Er ist weg.
Ich kann diesen Menschen nicht mehr spüren.
Mein Gott, was kann ich überhaupt noch tun?

 

Aus der Heiligen Schrift

nach Lk 23

Joseph ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu.
Dann nahm er ihn vom Kreuz ab.

 

Ikone

Ein Mann nimmt den toten Jesus vom Kreuz und hält Ihn. Es ist Joseph von Arimathäa. Er übergibt Ihn in die Arme von Maria, der Mutter Jesu. Zärtlich ist die Berührung zwischen der Mutter und dem Toten. Wange an Wange. Wie früher, als Jesus noch lebte. Unten kniet Nikodemus und löst mit den letzten Nägeln Jesu Füße vom Kreuz. Daneben steht weinend Johannes, der Jünger Jesu. Lebenswelt

Bist du schon einmal mit dem Tod in Berührung gekommen? Es kann seltsam sein, bei jemandem zu sein, den du noch ganz lebendig vor Augen hast, und nun ist diese Person tot. Schon wenn ein Haustier stirbt, bist du in so einer seltsamen Situation. Noch einmal anfassen? Noch einmal streicheln? Selbst hinaustragen? Es ist unglaublich schwer zu fassen, wenn ein Mensch stirbt, den du lieb hast. Vielleicht hilft es, wenn du den toten Menschen noch einmal siehst und sie oder ihn berührst. Nicht umsonst gibt es auch heute noch den Brauch, die Toten zu Hause feierlich aufzubahren. Egal wann und wo sie stattfindet: So eine letzte Begegnung mit einem geliebten Menschen ist wichtig für das Abschiednehmen. Gerade weil dieser Abschied so schwer fällt. Du musst es ja erst fassen: Vor Kurzem sind wir uns noch begegnet, und nun spürst du, dass in der Hand, die du berührst, kein Leben mehr ist. Die verstorbene Person ist dir noch genauso lieb und gleichzeitig ganz fremd. Der Tod trennt uns. Aber du hältst diese allerletzte Begegnung und Berührung aus, weil dir dieser Mensch so lieb und wichtig war. Diese Liebe hört mit dem Tod nicht auf. Sie verändert sich nur, und sie lehrt, dass es gut ist, wenn wir mitten im Leben sorgsam und zärtlich miteinander umgehen.

Impulsfragen

  • Wo bist du mit dem Tod in Berührung gekommen?
  • Wie war das für dich? Was war schwierig? Was hat dir dabei geholfen?
  • Was erzählen dir andere von ihren Begegnungen mit dem Tod?

 

Evangelischer Kooperationsraum Südlicher Odenwald | Gemeinsames Gemeindebüro für die Ev. Kirchengemeinden Hirschhorn, Neckartseinach und Rothenberg: 06272 2225