Evangelischer Kooperationsraum Südlicher Odenwald

Matthäus 21, 1-11

Sonntag Palmarum
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Jesus kommt nach Jerusalem

 

Haben Sie es erkannt?

Es ist das Chorfenster in der Evangelischen Kirche Rothenbergs – allerdings ohne die Darstellung von Jesu Taufe.

 

Ein königliches Fenster!

Viel Gold, Jede Seite endet oben in einer kreuztragenden Krone.  Jeder Spitzbogen im unteren Teil ebenfalls gekrönt. Ein Fenster für einen Palast. Wahrhaftig eines Königs wert.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!
Es kommt der Herr der Herrlichkeit!

So haben wir es im Advent gesungen und gebetet.

Heute treten wir ein in die Karwoche. Dazu gehört der Bericht vom Einzug Jesu nach Jerusalem.  Matthäus weiß davon zu berichten:

Als Jesus in Jerusalem einzog, da erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus, der Nazarener aus Galiläa.

Wer ist der? Ein König? Auf einem Esel?
Ein König, von dem Jerusalem, das Machtzentrum des damaligen Israels, nichts weiß?
Nur der „einfache Mensch von der Straße“ kennt ihn?

Wichtig scheint mir, wo der Sohn Gottes, als er sich hat taufen lassen, seinen Platz selber gesehen hat: Sein Platz war eben…   … auf der Straße.

Sein Platz war kein Ort, sondern eine Bewegung.
Eine Bewegung zu den Menschen.
Er hat die Menschen angesehen und ihr Leben geteilt:

  • - ihre Sorge um das tägliche Auskommen,
  • - ihre Angst vor ungewisser Zukunft und Krankheit
  • - ihren Schmerz des Alleinseins
  • - die Verzweiflung der Macht-und Rechtlosen.

Er hat das Leben geteilt.
Er hat ihnen aber auch gegeben, was sie ihrer Lebensnot entgegensetzen konnten: 
Das Vertrauen, dass es gelingen wird, all das Ungewisse zu ertragen.
Mehr noch: es sogar zu gestalten.

Das können wir auch unserer Zeit  entgegensetzen: Gott will uns Kraft geben. Er will uns die Augen öffnen, um Möglichkeiten zu sehen

Im Vertrauen auf ihn will ich Mut finden, die Möglichkeiten auch zu nutzen.

 

Das königliche Fenster umrahmt die Taufe Jesu.
Ich erkenne darin das weite Tor, durch das Jesus sich auf den Weg zu den Menschen macht.

Ich entdecke: der wahre Königsweg führt zu den Menschen.

Jesus ist den Königsweg gegangen.
Zu Ihnen… Zu Dir … zu mir….

 

Gerne möchte ich Ihnen das Gebet von Reinhold Niebuhr (ein amerikanischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler) mitgeben:

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. 

 

Vielleicht mögen Sie es nachsprechen oder nachdenken?

Vielleicht mögen Sie es auch abschließen mit einem Vaterunser?

Seien Sie der Liebe Gottes anvertraut!  

Von Herzen, Ihr

Reinhold Hoffmann                      

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