Evangelischer Kooperationsraum Südlicher Odenwald

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Und der Stern leuchtet

Auch in diesem Jahr sind wieder viele Fenster und Straßen weihnachtlich geschmückt. Fährt man abends durch die Städte und Dörfer im südlichen Odenwald, kann man sich an dem Lichterglanz erfreuen. Schwibbögen aus dem Erzgebirge, Pyramiden Lichterketten, leuchtende Engel oder Nikoläuse und vor allem: Sterne!

Sterne in den Fenstern, Sterne an den Christbäumen. Meine Grundschulklasse in Neckarsteinach hat in der Adventszeit ebenfalls Sterne gebastelt um das Klassenzimmer damit zu dekorieren.

Sterne in der Weihnachtsdekoration knüpfen an die biblische Botschaft an. Der „Stern von Bethlehem“ führte die Heiligen drei Könige einst zum Stall. In der Antike war es üblich, dass die Geburt großer Herrscher durch Sterne angekündigt wurde. Deshalb waren die Männer aus dem Morgenland zunächst auch erstmal zum Palast des amtierenden Königs Herodes marschiert. Nach ihrer Logik musste der Herrscher, der durch diesen Stern angekündigt wurde, natürlich in einem Palast geboren werden. Letztendlich führte der Stern sie aber dann doch zur Krippe nach Bethlehem. Der Stern ist noch heute in der Stadt Bethlehem das vorherrschende Symbol. An vielen Häusern und Kirchen der Stadt findet man das ganze Jahr über leuchtende Sterne, die uns nur von Weihnachten bekannt sind.

Der Stern gab den Heiligen drei Königen die Gewissheit, dass sie am richtigen Ort waren. Obwohl die Umstände, unter denen Jesus geboren wurde alles andere als königlich waren. Deshalb überbrachten sie auch selbst verständlich ihre Geschenke in dem ärmlichen Stall.

So wie der Stern von Bethlehem den Heiligen drei Königen den Weg in der Nacht wies, so will es Jesus mit uns machen. Im 22. Kapitel der Offenbarung lesen wir:

„Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.“

Jesus ist der helle Morgenstern, der uns in unserem Leben leiten und leuchten will. In Zeiten der Unsicherheit leitet er uns. In Zeiten der Traurigkeit und der Dunkelheit leuchtet er uns.

In unserem Gesangbuch finden wir unter der Nr. 19 ein Lied, welches genau das aufgreift:

O komm, o komm, du Morgenstern,

lass uns dich schauen, unsern Herrn.

Vertreib das Dunkel unsrer Nacht

durch deines klaren Lichtes Pracht.

Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.

Freut euch und singt Halleluja.

 

O komm, du Sohn aus Davids Stamm,

du Friedensbringer, Osterlamm.

Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei

und von des Bösen Tyrannei.

A Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.

Freut euch und singt Halleluja.

 

O komm, o Herr, bleib bis ans End,

bis dass uns nichts mehr von dir trennt,

bis dich, wie es dein Wort verheißt,

der Freien Lied ohn Ende preist.

 Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.

Freut euch und singt Halleluja

Jesus will als leuchtender Morgenstern über unserem Leben stehen. Vom Anfang bis ans Ende. Auch in Zeiten von Corona, in denen es mich und viele andere traurig stimmt, dass wir zu Weihnachten keine oder nur sehr eingeschränkte Gottesdienste in unseren Kirchen feiern können. Für viele gehört es einfach dazu. Für viele ist es ein fester Bestandteil in der vollen Kirche zu lauter Orgelmusik „O du fröhliche“ zu singen.

Aber ist es das, was an Weihnachten allein zählt?

Ich bin sicher und gewiss, dass Jesus, der helle Morgenstern, auch in diesem Jahr zu Weihnachten über uns leuchtet. Auch wenn die Kirchen leer oder leerer sind als sonst. Auch wenn keine vollen Chöre zu hören sind.

Er ist da. Und der Stern leuchtet!

 

Gebet

Jesus Christus, Gottes Sohn, Licht der Welt,

du bist unter uns erschienen,

nicht als einer der Mächtigen.

Wir sehen dich, Christuskind,

auf dem Schoß der Jungfrau Maria.

Gib uns die Gnade, dich zu suchen,

wo du zu finden bist.

Da wird die Weisheit dieser Welt demütig

Und entdeckt voll Staunen,

wie freundlich du bist!

Du unser Heiland und Erlöser.

Amen                      

 

Empfehlung:

„Und der Stern leuchtet“ Musikvideo auf dem Youtube-Kanal der Jugendkirche Hamm

https://www.youtube.com/watch?v=BDDDq7r0Aeg

Alexander Muth, Vikar

Evangelischer Kooperationsraum Südlicher Odenwald | Gemeinsames Gemeindebüro für die Ev. Kirchengemeinden Hirschhorn, Neckartseinach und Rothenberg: 06272 2225